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Willkommen auf Spike Island dem irischen Alcatraz

07. August 2018 0

Reif für die Herzensinsel? Hol dir diese Gebrauchsanweisung...

Du planst einen Irland-Urlaub dann sollten wir uns kennenlernen. Hol dir jetzt meinen praktischen Guide "Reisen nach Irland". Eine Gebrauchsanweisung mit nützlichen Reisetipps, handlichen Checklisten und der beliebten Packliste. 

Spike Island ist eine 104 Hektaren grosse Insel, welche in der Bucht von Cork liegt. Als Besucher der Nummer Eins Touristenattraktion im Co. Cork nimmt dich das Eiland mit auf eine 1300jährige Reise in die Vergangenheit.

Was kannst du hier erleben?

  • Ein Kurztrip mit der Fähre zu einer historischen Insel im Hafen von Cork
  • Besuche das 24 Hektaren grosse Fort Mitchel. Gebaut um das britische Empire zu verteidigen.
  • Einblick in die Welt der Gefangenen der 1850er Jahre. Irlands „Alcatraz“ war damals das grösster Gefängnis der Welt
  • Entdecke das verlassene Dorf unterhalb des Forts
  • Fantastische Aussicht auf die Stadt Cobh und den Hafen von Cork
  • Erlebe einen wunderbaren Tag mit Familie, welche spannendes aus der Vergangenheit hören und entdecken kann

Bereits im 6. Jahrhundert wurde die Insel genutzt um ein Kloster zu erstellen. Von dessen Existenz weiss man aber nur durch mündliche und später schriftliche Überlieferungen.

Militäranlage auf Spike Island Die Anlage auf Spike Islands ist riesig. Dieses lange Gebäude diente als Gefängnistrakt und war bald einmal zu klein. Daneben wurde ein weiterer Holzbau erstellt um 100 Gefangene unterzubringen. Zu Spitzenzeiten beherbergte dieser Trakt über 400 Gefangene.

Erste Besiedelung von Spike Island – ein Kloster

Auf Überreste des Klosters ist man bisher nicht gestossen.

Gut sichtbar und Hauptgrund Spike Island zu besuchen ist das 200 Jahre alte Fort Mitchel.

Es wurde nach dem irischen Freiheitskämpfer John Mitchel benannt. Dieser war im zu der Zeit als Gefängnis genutzten Komplex dort inhaftiert. Allerdings nur für wenige Tage und mit Vorzugsbehandlung.

Mitchel wurde wie viele Andere von hier nach Australien deportiert. Ursprünglich wurde das Fort aber Westmoreland genannt und diente den Briten als Kaserne.

Bis 2004 wurde das Gefängnis noch genutzt und fünf Jahre später wurde entschieden die Vergangenheit aufleben zu lassen und Spike Island zur Touristenattraktion zu machen.

Eine Cork Attraktion gewinnt bei den World Travel Awards

Dieses Unterfangen gelang. 2017 erhielt Spike Island an den World Travel Awards die Auszeichnung „Europe‘s Leading Tourist Attraction“. Dabei wurden andere berühmte Attraktionen wie der Eiffel Turm oder das Kolosseum in Rom ausgestochen.

Spike Island – Kloster, Militärbasis, Gefängnis und Touristenattraktion

Von der strategisch günstigen Lage im Hafen von Cork begünstigt war Spike Island schon im 7. Jahrhundert Ziel einer ersten Besiedlung. Obwohl bisher keine Überreste davon gefunden wurde, weiss man dank schriftlicher Überlieferungen, dass hier einst ein Kloster bestand.

Die Engländer kauften während der Cromwell Feldzüge in Irland die Insel schliesslich und es wurde mit Fort Westmoreland die erste Befestigung gebaut.

Spike Island, Cobh Das Eingangstor zum ehemaligen Fort Westerfort auf Spike Island

In irische Hand kam die Garnison erst nach 1938.

Flucht von Spike Island

1984 gelang einer Handvoll “Joyriders” über eine Mauer… die Flucht aus dem damals als Gefängnis genutzten Komplex. Die Freude über die gewonnene Freiheit wich aber bereits unten am Pier einer grossen Ernüchterung.

Der spontane und somit nicht geplante Ausbruch hatte nämlich zur Folge, dass kein Boot auf die ausgebüxten Gefangenen wartete… So kehrten diese ins Gefängnis zurück. Da dies nicht über dem gleichen Weg geschehen konnte, wurde kurzerhand ein Bagger entwendet und damit das Haupttor eingefahren!

Danach folgte ein 24 Stündiges spektakuläres Katz- und Mausspiel mit den Wärtern und der herbeigerufenen Polizei. Dieses endete erst nach einer Nacht ausharren auf einem der Dächer des Gefängnisses.

Der Guide hat viele spannende Geschichten auf Lager.

Wir stehen vor einem langen dreigeschossigen Gebäude. Dessen Inneres seit Jahrzehnten ausgebrannt und verlassen sein dasein fristet. Vor hundert Jahren wären wir an gleicher Stelle keine interessierten Besucher, sondern Häftlinge gewesen.

Unser Standort erzählt die faszinierende Geschichte von Spike Island, einer ehemaligen Gefängisinsel. Irland’s Alcatraz.

Der Tod von Captain Patrick White

Eine offensichtlich in die Jahre gekommene Plakette prangt an der Fassade. Daneben eine Neuere mit Foto. Der abgebildete, adrette junge Mann mit Schnautzer ist Captain Patrick White, Meelick Company IRA, Co. Clare.

Er und sein Jugendfreund Thomas Ringrose wurden 1921 bei einer Razzia von britischen Soldaten in Gefangenschaft genommen und in die Baracken der Royal Irish Constabulary nach Limerick gebracht.

Spike Island Gefängnisinsel Die Plakette in Erinnerung an Private White

Zu jener Zeit wurden Gefangene der IRA von den Briten als lebende Schutzschilder der Convoys gebraucht. Bei einer Attacke waren die Soldaten angewiesen die Geiseln zu erschiessen. Ringrose hatte das “Glück” zu britischen Soldaten zugeteilt zu werden. Sein Kumpel White hingegen wurde Schutzschild bei den verhassten und gefürchteten Auxilliers.

Eine Killertruppe zusammengewürfelt aus ehemaligen Soldaten der alliierten Truppen aus dem ersten Weltkrieg. Freiwillige die im Namen der britischen Krone für gutes Geld Tod und Verderben nach Irland brachten.

Ganz durchgeknallte Typen.

Ringrose wurde nach Spike Island gebracht. Eine Insel im Hafen von Cork. Seit Jahrzehnten von den Briten als Militärbasis und gefürchtetes Gefängnis benutzt.

Wie überrascht war Ringrose den sichtlich gepeinigten White lebend hier anzutreffen. Zu der Zeit wurde Fort Mitchel von den Briten als Garnison und Gefängnis für Aufständische genutzt.

Sport insbesondere Hurling war bei den Insassen sehr beliebt. Ausgetragen wurden die Spiele auf einem umzäunten Spielfeld im Gefängnishof. Dieser Zaun sollte White am Vormittag des 1. Juni 1921 zum Verhängnis werden.

Der Sliotar (so wird der Ball genannt), blieb an diesem Tag unglücklicherweise im Zaun stecken. Eine der Regeln der Briten war, dass die Gefangenen den Zaun nicht berühren durften. So fragte Patrick White den wachhabenden Private Whitehead, ob er den den feststeckenden Ball zurückgeben könne.

Whitehead verneinte. Er solle den Ball selber holen. White näherte sich dem Zaun, ergriff den Sliotar und wurde von Private Whitehead sogleich erschossen.

Dave, unser Guide auf Spike Island hatte noch viele solche weitere amüsante und spannende Geschichten auf Lager. Diese hier wieder zu geben ist aber nicht der Sinn des Artikel. Schliesslich sollst du das Alles ja direkt vor Ort hören und erleben.

Tipps zum Besuch von Spike Island

Nachfolgend einige Tipps zum Besuch dieser Attraktion im Hafen von Cork. Diese wird sich in den nächsten Jahren zur Top-Sehenswürdigkeit entwickeln.

Parking

Freie Parkplätze gibt es an der Nordseite der Kathedrale oder gut 2km ausserhalb vom Zentrum von Cobh im “Five Foot Way” Parkareal. In Cobh selbst sind Parkplätze rar und die Parkzeit beschränkt.

Tickets

Ich rate dir dringend Tickets im Voraus im Internet zu buchen. In unserem Fall hat es an diesem Tag nicht funktioniert infolge technischer Probleme. So habe ich versucht die Tickets auf telefonischem Weg zu bestellen.

Die Linien sollten ab 9.00 Uhr morgens besetzt sein. Von 09.00 bis 09:50 versuchte ich dies 3x ohne Erfolg. Immer war nur die Ansage zu hören… So nahmen wir die einstündige Fahrt nach Cobh auf gutglück unter die Räder.

Das Glück schlug sich tatsächlich auf unsere Seite und wir ergatterten uns die vier letzten Plätze auf der 13.00 Uhr Fähre.

Fähre

Auf die Insel kommst du nur mit einer speziellen Fähre. Diese legt am Kennedy Pier in Cobh ab (gleich neben dem Titanic Museum). Wie gesagt ist vorbuchen gerade in der Hauptsaison dringend empfohlen.

Aufenthalt

Die maximale Aufenthaltsdauer auf Spike Island ist 3 1/2 Stunden. Nutze diese Zeit gut es gibt viel zu sehen!

So gestaltest du deinen Aufenthalt

Nach Ankunft auf der Insel wirst du von den Guides in Empfang genommen. Sie erklären dir den Ablauf deines Besuches und einige Verhaltensregeln. Auch wirst du hier vor eine wichtige Entscheidung gestellt.

– Du kannst dem Guide auf einer gut 1 1/2 stündigen Tour folgen und bekommst so sehr viel Wissen vermittelt
– Du entdeckst Spike Island auf eigene Faust

Dave unser Guide war hervorragend geschult und hat uns sein Wissen auf lebendige Art weitergegeben. Von diesem Standpunkt aus empfehle ich dir die Tour mit einem Guide zu machen. Aber…

Falls deine Englischkenntnise etwas eingerostet sind. Lass es bleiben. Es gibt wirklich viel zu hören und zu sehen. Wenn du da von der Sprache her nicht mitkommst, dann ist die Zeit mit dem Guide einfach nur verschwendet.

In diesem Falle empfehle ich dir Variante zwei. Mit der Karte, welche du beim Ticketkauf erhältst, machst du dich auf die Socken und siehst dir die Anlage an. Im kleinen Restaurant gibt es Audioguides. Schnapp dir so ein Teil und entdecke die faszinierende Geschichte von Spike Island ganz in deinem Tempo.

Mein persönliches Fazit

Spike Island, die Gefängnisinsel und Militärstation gibt die reichhaltige und faszinierende Geschichte des Ortes wieder. Ich bin überzeugt, dass sich der Effort und das Geld welche investiert wurde auszahlen wird und Spike Island dereinst zu DER Touristenattraktion in Irland entwickeln wird.

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