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River Suck – ein authentischer Abenteuerurlaub für Naturfreunde

04. Juni 2015 0
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Interessierst du dich für einen völlig anderen Urlaub in Irland? Hast du schon einmal vom River Suck gehört? Dieser ist der grösste Zufluss des Shannon und fliesst durch das County Roscommon. Der Fluss ist bekannt für das Hechtangeln. Mehr über den Suck erfährst du in diesem Reisebericht.

Der Schweizer Martin Minder reist als passionierter Fliegenfischer und Paddler vorzugsweise in nördlich gelegene Länder. Er hat sich dabei auf Naturreisen spezialisiert und optimiert seine Ausrüstung von Reise zu Reise, vor allem hinsichtlich Gewicht. Ich freue mich Martins Reisebericht aus Irland hier veröffentlichen zu dürfen. Er war unterwegs um die Stille der Natur zu geniessen, in seinem Boot zu paddeln und natürlich um einige Hechte zu angeln – schonend.

Die Ausrüstung wird optimiert und mit minimalen Gepäck geht es ab auf die Grüne Insel!

Seit rund 10 Jahren habe ich mich auf Naturreisen mit (Gewichts) optimierter Ausrüstung spezialisiert. Das Gepäck ist minimal, das Erlebnis dafür oft umso grösser! Da ich passionierter Fliegenfischer und Paddler bin, werden Flüsse und Seen grundsätzlich in die Planung miteinbezogen.

Meine Erfahrungen habe ich in schwedisch Lappland, aber auch in Finnland, Norwegen, Kanada und Island gesammelt. Die Ausrüstung ist dabei nahezu identisch und kann leicht modifiziert in allen Gebieten verwendet werden. Es geht darum, sich in die Natur einzufügen und diese bewusst wahrzunehmen. Man nimmt sich Zeit für Dinge, die sonst unbeachtet bleiben und erlebt sehr authentisch und intensiv. Es geht aber auch darum die eigenen Grenzen auszuloten und ein richtiges Abenteuer zu erleben.

Wichtig ist mir dabei aber immer die Sicherheit. Durch Leichtsinn kann in abgelegenen Regionen eine Banalität schnell mal zur Katastrophe werden. Aus diesem Grund habe ich mir ein sehr strukturiertes und bewusstes Vorgehen angeeignet. Gerne möchte ich Naturfreunde und Outdoorenthusiasten dazu ermutigen, diese Art des Reisens einmal auszuprobieren. In die Details zu gehen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, interessierte dürfen sich aber gerne via Reto an mich wenden.

Planung und Unterstützung für die Reise nach Irland

Bei meiner erstmaligen Reise in Irland hatte ich das Glück via Irlandforum einen Einheimischen kennen zu lernen, der mich super unterstützt und mit Informationen versorgt hat. Darum an erster Stelle ein herzliches Dankeschön an Andy und seine Frau Frieda für ihre tolle Hilfe! Die Infos aus erster Hand waren sehr wertvoll bei der Planung des Aufenthaltes in Irland und letztendlich waren es auch die beiden, die mich an den Startpunkt in Castlecoote gefahren haben.

Die Planung sah für meine Irlandreise folgendermassen aus:

  • Flug Zürich-Dublin am Samstag 11.04.2015
  • Busfahrt Dublin Airport – Dublin Heuston
  • Zugfahrt Dublin Heuston – Roscommon
  • “Taxifahrt” mit Andy und Frieda nach Castlecoote
  • Einwassern und die ersten km. auf dem Suck, am Samstag Abend
  • Samstag bis Freitag, rund 50km den River Suck runter, bis Ballinsaloe
  • Freitag Abend mit dem Bus von Ballinasloe nach Dublin Airport
  • Freitag auf Samstag, Uebernachtung in der Nähe des Airports
  • Samstag 18.04.2015, Flug Dublin-Zürich

River Suck Es wird langsam Nacht über dem River Suck

Typisch irisches Wetter…

Insgesamt war das Wetter typisch irisch und somit sehr wechselhaft. Gleich zu Beginn wurde ich von starken Böen, Graupelschauern und Regen empfangen. Der Wasserstand war hoch und die Temperaturen (nachtsüber zeitweise unter 0 Grad) an der Grenze für meine Ausrüstung. Das Raften mit dem Alpacka – Raft wurde durch steten Wind aus Sektor Südwest erschwert. Es ist aber eigentlich immer so, dass man den Wind auf der Schnauze hat – die Paddler unter uns wissen was ich meine.

Paddeln auf dem River Suck

Der Fluss Suck ist im Prinzip sehr einfach zu befahren, eine grosse Gefahr stellen jedoch die vielen Weidezäune dar, die z.t. unsichtbar unter der Wasseroberfläche lauern. die Fliessgeschwindigkeit war insgesamt niedriger als erwartet und der Stundenschnitt fiel – Gegenwind sei Dank – sehr oft unter 2kmh. Am schwierigsten Tag standen so 8 Stunden Paddeln auf dem Programm und es hat sich wieder mal gezeigt, wie wichtig genügend Zeitreserven sind.

River Suck Wunderbarer Sonnenuntergang über dem River Suck. Irland pur!

Die Natur im und um den Suck ist phantastisch. Wir sprechen hier von einem komplett naturbelassenen Fluss, mit einer starken Hechtpopulation und Brutstätte für unzählige Vögel. Leider sind meine ornithologischen Kenntnisse nicht sehr gut und ich konnte viele Arten nicht bestimmen. Die Eisvögel waren aber in dieser Hinsicht das absolute Highlight.

Auf jeden Fall gibt es dort unglaublich viel Leben, mit einer spannenden Flora und Fauna. Die Erwartungen an eine ruhige Zeit in intakter Natur wurden voll erfüllt. Auf den 50km Flussstrecke ist mir kein einziger Mensch begegnet, denn die Weideflächen der Farmer sind so gross, dass man nur Schafe, Kühe und Gänse zu sehen bekommt. Wieso essen wir hier Lammfleisch aus Australien und Neuseeland ? Irisches Bio-Lamm wäre doch eine gute Option.

Kurz vor meiner Anreise haben die Hechte abgeleicht und es war faszinierend die unzähligen Junghechte in den geschützten Buchten zu beobachten. Die gefangenen Hechte waren durchs Band weg sehr fit und von der Zeichnung her ein absoluter Traum. Die Farben schillern von Grün über Gold – es lässt sich kaum beschreiben und leider auch nicht wirklich gut fotografieren. Sämtliche gefangenen Hechte wurden schonend wieder freigelassen, also ausschliessliche catch & release Fischerei.

Daneben gab es immer wieder schöne Brücken und Ruinen zu bestaunen. Kurios das Schafsskelett, der ausgetrocknete Hechtkopf und ein toter Fischotter, der sich an einer (zu) grossen Forelle verschluckt hat.

Zelten in Irland: Wiese gut – Wasser filtern!

Das Zeltaufstellen hingegen ist in Irland sehr einfach, die Wiesen haben schon fast golfplatzmässige Qualität. Aufpassen muss man nur, dass die Weide frei von Bullen ist, ansonsten kann es durchaus gefährlich werden!

Fluss Suck Schön eingefangen von Martin die Spiegelung des irischen Himmels auf dem Fluss Suck

Das Wasser sollte wegen den vielen Schafen am Ufer gefiltert werden. Ich war etwas nachlässig und habe es mit einer üblen Magenverstimmung bezahlen müssen, die mich für einige Zeit ausser Gefecht gesetzt und ziemlich geschwächt hat. Danach wurde das Wasser konsequent mit dem Platypus Gravity- System gefiltert und gut wars.

Fazit der Flussfahrt am Suck – Suchtfaktor Irland…

Ansonsten gab es das übliche Auf und Ab einer solchen Reise, mit zu wenig und nicht sehr feinem “Essen “, kalten Nächten, aber dem Luxus von genügend Lesestoff (Kindle sei Dank). Bei der Ankunft in Ballinsaloe musste ich mich zuerst wieder an die Zivilisation gewöhnen und habe gleich einen Barbershop aufgesucht.

River Suck Wasser, Schilf, ein einsamer Baum und einige Wolken am irischen Himmel. Wunderbar!

Die Busfahrt nach Dublin verlief problemlos und auch die etwas heikle Zeltübernachtung in der Nähe des Airport ging mit einem feinen Bier bestens über die Bühne. Die Zeit am River Suck war unglaublich schön und intensiv. Die Weite, die Stille und die Natur haben mir wie immer gut getan. Irland empfand ich als sehr gastfreundlich und es ist einfach zu bereisen.

Der Suchtfaktor ist darum durchaus gegeben.

Martin Minder Schweiz

Abenteuerfahrt auf dem River Suck Auf Wiedersehen, River Suck. Martin zieht ein durchaus positives Fazit zu seiner Flussfahrt und seinem Urlaub in Irland

Ich danke Martin Minder für diesen interessanten Bericht und die tollen Bilder von seiner Paddeltour am River Suck. Er hat einen Urlaub in Irland verbracht wie ihn wohl nur wenige Touristen unternehmen.

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