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Meine Erfahrungen mit dem Mietwagen in Irland. Einfacher als gedacht?!

24. Februar 2014 8

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Wir befinden uns im Jahre 2009 n.Chr. Durch ganz Irland fahren zügig Mietwagen der zahlreichen Autoverleiher. Durch ganz Irland? Nein! An einem kleinen Flughafen im Westen der Insel versucht ein Irland-Frischling aus der Schweiz sich mit einem riesigen Land Rover auf den engen, irischen Strassen zurechtzufinden. Das Leben ist nicht leicht für die anderen geübten Autofahrer rund um den Flughafen von Shannon…

So oder so ähnlich könnte man meine Geschichte mit meinen ersten Erfahrungen mit dem Mietwagen in Irland und somit im irischen Strassenverkehr einleiten. Dir scheint die Einleitung gefallen zu haben. Was dahinter steckt? Um dies zu Erfahren musst du unbedingt weiterlesen.

Mit dem Mietwagen in Irland unterwegs

Für mich die schönste Art Irland zu entdecken ist mit dem Auto. Es macht schlicht Spass mehr oder weniger gemütlich über die zum Teil doch sehr holprigen und von Schlaglöchern geprägten irischen Strassen zu tuckern und die Aussicht zu geniessen. Dabei ist Autofahren in Irland und meine Wenigkeit nicht gerade eine Liebe auf den ersten Blick. Bei unserem ersten Irlandbesuch ist klar, dass wir unabhängig vom öffentlichen Verkehr die Schönheiten der grünen Insel erkunden wollen. Unsere Wahl für einen Mietwagen fiel auf die Firma Hertz. Wir suchen uns über Internet einen schicken Kleinwagen aus. Im Bewusstsein, dass die irischen Strassen nicht so breit sind wie bei uns in der Schweiz. Auch hören wir Geschichten von den einheimischen Piloten, welche auch auf unübersichtlichen Strecken zackig, in hohem Tempo daherkommen und ohne Rücksicht auf Verluste über die mit Schlaglöchern übersäten Pisten donnern. Ein kleines, wendiges Auto soll es also sein.Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…

Die Abholung des Mietautos am Flughafen Shannon

Wir übernachten in Galway um am nächsten Morgen mit dem Shuttle-Bus zum Flughafen Shannon zu gelangen. Der Airport dort ist sehr übersichtlich und wir finden den Schalter des Vermieter unseres Vertrauens schnell. Der junge Herr – nennen wir ihn Padraig – verlangt die Buchungsnummer, meine Kreditkarte und meinen Führerausweis.

In Irland muss man – je nach Autovermietung – mindestens 23 Jahre alt sein um ein Auto mieten zu können. Zum Teil ist es auch möglich ab 21 Jahren ein Auto zu mieten. In jedem Falle wird bei unter 25 jährigen Mietern ein Aufpreis pro Tag verlangt. Der kann ziemlich happig ausfallen. Den Führerschein muss man ein Jahr besitzen.

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Bei mir steht einer Anmietung nichts im Wege. Der Mann von Hertz muss dazu meinen Ausweis gar nicht checken, sondern sich einfach meine bereits ergrauten Schläfen ansehen. Das gleich einige graue Haare hinzukommen, weiss ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht… Zuerst erhalten wir noch einige Infos und Hinweise.

Ich fass es nicht, es ist ein verfl… Truck!

Einer der Hinweise von Padraig ist, dass er in unserer gewählten Kategorie leider keinen Wagen mehr zur Verfügung hat. Wir erhalten aber ein Auto einer höheren Kategorie – ohne Aufpreis, fügt er mit einem Augenzwinkern an. Okay – kein Problem denke ich mir. Ein etwas grösseres Auto ist vielleicht gar nicht so schlecht. Falls ich auf ein Schlagloch treffe ist vielleicht die Chance grösser ohne einen Bruch der Achse davon zu kommen. Eine Strassenkarte und der Autoschlüssel werden uns ausgehändigt. Etwas irritiert betrachte ich den Schlüssel. Ein „Land Rover“ Signet ist da drauf. Sofort beschleicht mich ein eher mulmiges Gefühl. Wir packen unsere sieben Sachen und folgen Padraig durch den Regen auf den Parkplatz hinaus. Ich sehe das Unheil schon von weitem kommen. Padraig steuert zielstrebig auf ihn zu. Da steht er vor uns. Weiss mit gelben Streifen, unübersehbar angeschrieben mit „Hertz“. Er ist einfach gewaltig…

Mit dem Mietwagen durch Irland - ein Land Rover der Firma Hertz

Kommst du klar damit?

Der sei wohl schon eine Kategorie höher als der von uns Bestellte, bemerke ich als ich sehe das Padraig meinen Schockzustand erkennt. „Kommst du klar damit?“ fragt er. „Klar“, versichere ich. No Worry, mate. Innerlich verfluche ich Hertz, Land Rover, irische Strassen, den Regen und sowieso die ganze Insel. Aber es nützt nichts. Auch die Suche nach der versteckten Kamera ist ebenfalls erfolglos. Da muss ich jetzt durch. Wir öffnen die Heckklappe, welche etwa die Grösse eines Scheunentores hat, um unser Gepäck ins Trockene zu bringen. Die Ladefläche, welche sich uns hier präsentiert, ist riesig. Die Sitze hinten sind heruntergeklappt und wir könnten neben unserem Gepäck noch die Ausrüstung einer ganzen Hurlingmannschafttransportieren.

Erste Fahrversuche auf Irlands Strassen

Nachdem ich mich hinters Steuer gesetzt habe, mache ich mich erstmal mit den Armaturen vertraut. Wichtig scheint vorerst der Scheibenwischer zu sein und die Lüftung, damit die Scheiben nicht anlaufen. Beim Blick in den Rückspiegel stelle ich fest, dass ich dank der getönten Scheibe und dem weissen Schriftzug „Hertz“ so gut wie nichts sehen kann. Toll. Erleichtert stelle ich hingegen fest, dass sich die Pedale gleicher Anordnung wie bei uns in befinden. Das ist die erfreuliche Meldung des Tages. Also los. Wir starten. Zum Angewöhnen drehe ich erstmal eine Runde auf dem Parkplatz. Die Angestellten der diversen Autoverleiher lachen sich wohl scheckig hinter ihren Tresen, aber es ist mir egal. Ich will ein Gefühl für das Auto gewinnen. Die Übersicht nach Vorne ist genial. Soweit schon mal gut. Nun kann ich hier aber nicht den ganzen Tag Runden auf dem Parkplatz des Shannon Airports drehen und muss raus – ab in den Linksverkehr. Gemütlich tuckern wir auf den „kein Vortritt“ zu. Bremsmanöver und erstmal Durchschnaufen. Um ja auf die richtige Seite zu gelangen warte ich erst mal ein paar Autos ab um sicher zu gehen, ob diese wirklich auf der linken Seite fahren?! Sie tuns und nun heisst es eine Lücke abwarten, welche gross genug ist. Ich warte bis kein Auto mehr daher kommt. Selbst ein Öltanker hätte genügend Zeit für eine Drehung um die eigene Achse. Jetzt – Kupplung, Gas geben und hinein ins Vergnügen! Wir fahren erstmal ohne Ziel. Ich muss ein Gefühl für den Linksverkehr und den Wagen bekommen. Die ersten Kreisvortritte schaffe ich mit Bravour – auch dem Umstand sei Dank, dass wenig Verkehr herrscht. Es ist komisch auf der „falschen“ Strassenseite zu fahren, auf der „falschen“ Seite zu steuern. Auch die Gangschaltung befindet sich in ungewohnter Weise nicht rechts, sondern muss mit der linken Hand bedient werden. Einige Male wird es mir in diesem Urlaub noch passieren, dass ich mit der rechten Hand nach der Gangschaltung greifen will – und mir dabei an der Seitentüre die Hand stosse.

„The King of the Road“ – Auf dem Weg nach… Athenry!

Wir fahren ziemlich planlos durch die irische Pampa. Aber langsam beginnt mir die Sache Spass zu machen! Es ist herrlich eine solche Übersicht auf die Strasse zu haben und mit einem so grossen Gefährt herumkutschieren zu können. Plötzlich entdecken wir ein Schild „Athenry“. Wer schon einmal in der Dubliner Ausgehmeile der Temple Bar war wird dort sicherlich das Lied„Fields of Athenry“ gehört haben. Es handelt von einem Mann der um seine Familie vor dem Hungertod zu retten Getreide stiehlt und dafür zur Strafe nach Australien deportiert wird. Weltweite Bekanntheit erlangte der Song auch wegen den irischen Fans an der Fussball-EM 2012. Hoffnungslos mit 0:4 lagen die irischen Fussballer gegen die überlegenen Spanier kurz vor Schluss hinten. Da ertönte ein weiteres Mal „Fields of Athenry“ aus den Kehlen der nimmermüden irischen Fans. Dies in einer Lautstärke, Intension und mit so viel Herzblut gesungen, dass zahlreiche Reporter das Kommentieren kurzerhand einstellten und den Iren zuhörten. Auch die neutralen Zuschauer, sowie die spanischen Fans im Stadion hörten zu und applaudierten als die Iren nach ihrer minutenlangen Vorstellung das Singen – für kurze Zeit – einstellten. Die irischen Supporter wurden von der UEFA für ihr faires Verhalten ausgezeichnet. Ich schweife aber ab. Unser Ziel ist also Athenry. Der besungene Ort eines Liedes, welches wir so viele Male schon gehört hatten.

Tipps und Tricks zum Autofahren in Irland

Sicherlich bist du nun froh um einige Tipps zum Thema wie man mit dem Mietwagen durch Irland fährt? Wie gesagt gewöhnt man sich relativ schnell an den Linksverkehr. Am besten man lässt sich treiben und schwimmt einfach mit dem Verkehr. Je mehr Verkehr umso einfach auf der richtigen Seite zu fahren. Gerade nach Pausen oder wenn man am Morgen ins Auto steigt musst du kurz inne halten und überlegen: „Halt, auf welcher Seite muss ich fahren?“. Ich merke es mir so, indem ich als Lenker die Mittellinie auf meiner Seite habe. Lenkst du das Auto und eine Natursteinmauer kratzt an deinem Rückspiegel? Dann bist du auf der falschen Strassenseite, wechsle diese sofort! A Propos Mittelline. Auf kleineren Strassen gibt es keine Mittelline. Praktisch ist auf neueren Strassen das beidseitig Katzenaugen installiert sind. So kannst du das Auto schön in der (schmalen) Spur halten. Wenn es „tack-tack-tack“ machst bist du zu weit links oder rechts. Bitte Geschwindigkeit immer anpassen an die Strassenverhältnisse und auch an die Begebenheiten. Ein Zeichen welches eine enge Kurve signalisert muss ernstgenommen werden! Solche Schilder sind nur sparsam aufgestellt. Wenn es aber eins hat, dann handelt es sich wirklich um eine enge Kurve. Aufmerksamkeit und Mitdenken ist gefordert. So steht dem Fahrspass durch die wunderbare Landschaft nichts entgegen!

Autofahren in Irland

Kurz zusammengefasst, dass Autofahren mit dem Mietwagen in Irland ist leichter als man es sich vorstellt. Sicherlich braucht es einige Zeit um sich einzugewöhnen. Mittlerweile bin ich nach so vielen gefahrenen Kilometern nach 10 Minuten fahren „drin“. Ich finde es sogar einfacher und logischer auf er linken Seite zu fahren. Nicht ganz einfach ist es sicherlich mit einem solchen Truck herum zu tuckern. Ausser beim Parkieren und manövrieren durch die Dörfer hatte ich aber nie Probleme. Vorteil ist sicher auch, dass die anderen Verkehrsteilnehmer durch den deutlich mit „Hertz“ gekennzeichneten Wagen sich jeweils schleunigst aus dem Staub machen wenn wir angerollt kommen. Achtung hier kommt ein Mietwagen daher! Unübersehbar.

Für Anfänger, wie auch für Fortgeschrittene, empfehle ich die Miete eines Mittelklassewagens*. Nutze dazu unbedingt den Preisvergleich über verschiedene Anbieter über ein Vergleichsportal.

Mit dem Mittelklassewagen hast du mehr Platz für das Gepäck. Ein grösseres Auto ist auch sicherer und man kann auch mal ein Schlagloch treffen ohne dass der Wagen gleich auseinander fällt. Oder man sich eine Hirnerschütterung zuzieht.

„Meinen“ Landrover werde ich immer in Erinnerung behalten. Die Abgabe des Wagens am Ende des Urlaubes tat schon fast ein bisschen weh…

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Noch mehr Informationen zum Thema findest du in meiner Gebrauchsanweisung für Mietwagen in Irland

 

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8 Kommentare

  • Danke für den Artikel. Das beruhigt mich jetzt ein wenig. Letztes Jahr war ich alleine in Irland und hab mich nicht an den Linksverkehr gewagt - in einem Monat nehme ich ne Bekannte mit, die dann während der Fahrt immer wiederholen muss "links fahren, bleib auf der linken Seite, links halten, ... " ;-)
    Das wird spannend und ich freu mich drauf.
  • Das wird schon, mit dem Linksverkehr! Ist wirklich reine Gewöhnungssache. Da die anderen Verkehrsteilnehmer in der Regel auch Links fahren, fährst du einfach im Fluss des Verkehrs mit. Viel Spass und allzeit gute Fahrt!
  • Hallo Reto,
    Genüsslich habe ich Deine Erfahrungen zum Fahren auf der "falschen" Seite gelesen. Meine Reisebegleitung auf unserer ersten Englandfahrt 2013 hatte es mir ja erst nicht zugetraut das hinzukriegen, aber wenn man nur will klappt das auch - und der Seitenspiegel blieb auch heil ;-). Nach zwei Reisen durch Sussex und Kent steht im Mai die erste Irland Reise an. Hoffe mal sehr, daß uns der Rover erspart bleibt wenn wir von Dublin nach Clifden fahren ;-).
    Erich
  • Hallo Erich
    Vielen Dank für deinen Kommentar! Du hast ja nun bereits Erfahrungen gesammelt mit dem Linksverkehr in England. So wirst du dich auf den irischen Strassen pudelwohl fühlen :-) Ich wünsche dir bereits jetzt viel Spass in Irland und schaue doch bei Gelegenheit mal wieder rein bei "Irland erleben". Fotos und Gastberichte sind jederzeit Willkommen auf meinem Blog!
    Viele Grüsse, Reto
  • Hallo Reto, das ist wirklich ein interessanter Bericht, der einen auch zum Schmunzeln bringt. Ich, für meinen Teil, habe nur gedacht, dass ich mir niemals einen Leihwagen genommen hätte. Aber wahrscheinlich kann man mit dem Taxi etc. das Land und die Leute nicht richtig kennen lernen.
  • Hallo Julia
    Mit dem Taxi wird's wohl tatsächlich schwierig oder zumindest teuer. Die Busverbindungen sind nicht so schlecht wie ihr Ruf es ist. Mir persönlich gefällt übrigens das Zugfahren gut. Die Preise sind moderat (früh Buchen, über Internet), die Züge sind bequem und erstaunlich pünktlich.

    Planst du aktuell eine Reise nach Irland?

    Liebe Grüsse
    Reto
  • :=)
    Sehr witzig geschrieben! Vor allem aber sehr gut beschrieben, wie die Anfänge des "links fahren" aussehen...
    Ein Seitenspiegel und diverse Cuts in den Reifen des Mietwages stehen auf meiner Opferliste...
    Danke für den Bericht!
    Freddy
  • Danke Freddy! Mit dem Land Rover habe ich übrigens auf einem Parkplatz bei Killarney beim Rückwärtsfahren einen Pfosten getroffen. Keine Chance das Teil zu sehen. Dem "Panzer" ist aber dabei glücklicherweise nichts passiert.

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