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Eine Wanderung in Irland planen? 5 Schritte wie du dich vorbereiten solltest

25. September 2015 2
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Wozu? Warum soll ich diesen Aufwand betreiben um eine Wanderung in Irland zu planen? Ich habe keine Zeit dafür. Ausserdem laufe ich einfach los und schaue, was auf mich zukommt. Irland ist ja eine Insel, verlaufen kann ich mich nicht. Und das Land einigermassen Flach und ich bin mir von zu Hause grosse Steigungen gewohnt.

War dies oder ähnlich deine erste Reaktion als du die Überschrift gelesen hast?

Auch ich habe nie eine Wanderung weder gross geplant noch vorbereitet.

Dies aus denselben Gründen, welche du vielleicht anführst. Doch aus den folgenden 6 Gründen bin ich zur Einsicht gekommen. Eine Wanderung zu planen und vorzubereiten ist nicht nur sinnvoll, sondern macht auch Spass.

Aber warum es sinnvoll ist eine Wanderung zu planen? Aus meiner Sicht sind einige Dinge zu beachten, bevor du zu einer Wanderung aufbrichst. Dies damit du auf dem Weg mehr Spass hast, Wissen über Sehenswürdigkeiten im Wegrand mit deinen Gefährten teilen kannst und alle Teilnehmer sicher und Gesund wieder nach Hause kommen.

Hier einige Fragen welche du dir bei der Planung und Vorbereitung einer Wanderung stellen solltest:

  • Welche Attraktionen (Points of Interest) kannst du sehen?
  • Welche Geschichte verbirgt hinter den Sehenswürdigkeiten?
  • Wie ist der Weg beschaffen? Sind Schwierigkeiten zu erwarten?
  • Bist du und deine Mitwanderer fit genug für die Tour?
  • Wie wird das Wetter sein? Ist ein Wetterumschwung zu befürchten, wo kannst du dich allenfalls unterstellen?
  • Hast du die richtige Ausrüstung, genügend Wasser und eine Verpflegung dabei?

Wie gehe ich nun die Planung einer Wanderung in Irland an? Ich zeige es dir gleich.

Doch zuerst eine kleine Geschichte.

Sie handelt von einer meiner Wanderungen hier im Südwesten der Grünen Insel. Ohne Planung, rein anhand eines kleinen Büchleins welcher ein „Wanderführer“ darstellen sollte bin ich los gezottelt…

“Im Wanderführer scheint mir die Wanderung relativ einfach. Auch zu Beginn sieht es nach einem guten, ebenen Fussweg aus. Erst nach einiger Zeit wird die Strasse schmaler und ist nun nicht mehr befestigt.

Ausserdem geht es jetzt steil bergauf. Es ist Frühjahr. Ich stehe auf der Old Bog Road und bin gerade beim “Big Rock” angekommen. Einem riesigen Findling, welchen die letzten Gletscher vor Jahrtausenden hier liegen gelassen haben.

Als untrainiertem Büromenschen steht mir der Schweiss auf der Stirn und der Atem geht schnell. Wie hiess es nochmal in der Broschüre? “Strenuous”.

Ich hätte dieses Wort wohl doch nicht überlesen sollen. Nach dem Motto, “jaja so anstrengend wird es nicht sein” bin ich losmarschiert. Doch es soll noch besser kommen…

Den es geht weiter schön bergauf. Oben angekommen, japse ich nach Luft – und erfreue mich dem herrlichen Panorama. Auf den weiteren Verlauf der Wanderung freue ich mich. Schliesslich geht es jetzt nur noch abwärts und als Zückerchen für die Anstrengungen kann ich die Ruine des Hauses von “George the Sky” besichtigen. Easy peasy.

Doch dunkle Wolken ziehen auf. Der Weg für den Abstieg ist nicht mehr klar Ausgeschildert. Kein Wegweiser mehr zum Haus von George the Sky. Die lausige Karte in meinem Wanderführer ist keinen Pfifferling wert.



Pfad zum Haus von George the Sky.

Nach einigem Zickzack über Feld und Wiesen – immer steil bergab, finde ich schliesslich doch noch einen Wegweiser zum Haus. Um nach verdienter Rast dort wieder auf den Rundweg zu kommen muss ich einen Teil zurücklaufen und schliesslich durch Moor wieder auf den Weg gelangen.

Dieses Stück der Wanderung ist sehr kritisch. Es ist überhaupt kein klarer Weg mehr ersichtlich. Von Zeit zu Zeit stehen Pfosten, welche mir den Weg weisen. Aber die Pfade, welche Aussehen wie von meinen Vorgängern ausgetrampelt sind trügerisch. Und schon sacke ich plötzlich ab – ca. 30cm tiefe Löcher verstecken sich unter Gras, welches die Sicht auf das darunterliegende verdeckt.

Schliesslich schaffe ich es ohne Unfall auf den befestigten Weg zu kommen.”

Frage an dich.

Habe ich diese Wanderung gut vorbereitet?

Nein.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O beim Wandern. Alleine mit dem Ausgucken von möglichen Routen in Wanderführern oder auf Karten ist es nicht getan.

1) Routenplanung und Quellen

Als erstes solltest du mit der Planung im Internet und auf physischen Karten beginnen. Es gibt auch viele ausgezeichnete Wanderführer für Irland.

Achte beim Kauf eines Wanderführers darauf, was andere Käufer darüber sagen. Und wie sie diesen bewerten. Stimmen diese beiden Punkte, kannst du dem Inhalt sicherlich vertrauen.

Bei Quellen über Touren und Wanderungen im Internet – sei vorsichtig. Diese Angaben sind meist Ansichtssache des Autoren und nicht verifiziert. Solche Berichte richten sich immer aus der Sicht des Schreibers, welcher vielleicht einen grösseren Fitnesslevel oder einen grösseren Erfahrungsschatz im Wandern oder gar Bergwandern hat als du.

Ein tolles Kartentool um eine Gegend in Irland im Internet auszukundschaften bietet Ordnance Survey Ireland mit dem Public-Viewer an.

Zusammen mit Google Maps hast du so eine leistungsstarke Planungsmöglichkeit. Und mit einer Detailkarte 1:50’000 oder noch besser 1:25’000 von der entsprechenden Region kannst du deine Route und allfällige Sehenswürdigkeiten und Wegpunkte auf der Karte eintragen.

Doch es geht noch besser!

Als Werkzeug für deine Vorbereitung der Wanderung dient dir das deutschsprachige Online-Tool von Outdooractive. So kannst du deine Wanderung in Irland am PC komplett planen! Das Kartenmaterial ist ebenfalls sehr detailliert und mit einiger Übung gelingt es dir rasch deine Route zusammen zu stellen.

Mit einigen Klicks erstellst du bei Outdooractive deine Route, lässt diese vom System automatisch berechnen. und exportierst deine Route mit einigen wenigen Mausklicks! Die GPX oder KML Daten anschliessend in deiner Lieblings Routen-App auf dem Smartphone importieren – fertig ist die Wanderroute für die Hosentasche! Als Zückerchen kannst du das Ganze auch Ausdrucken.

 

An- und Rückreise zum Startpunkt

All diese Tools verwende ich auch um die Anreise zu planen. Oftmals wird aus dem Wanderführer nicht klar, wo genau die Route überhaupt startet. Hier hilft das Internet ungemein, damit du dir bereits ein Bild von der Umgebung machen kannst – Street View sei Dank.

Wir reisen meist mit dem Auto an den Startpunkt und vorgängig schaue ich wo man parkieren kannst.



Auf dem Butlerstown Walk

Bist du nicht so mobil musst du dich schlau machen, ob ein Bus dorthin fährt – oder zumindest in die Nähe vom Ausgangspunkt. Ist dieser sehr “rural” hilft nur noch ein Taxi…

Wichtig ist auch zu Wissen wie du vom Zielort, falls dieser nicht identisch ist mit dem Start, wieder zurück in deine Unterkunft kommst.

Genau aus diesem Grund liebe ich Rundwanderungen! Da muss man sich darüber keine Sorgen machen. Wenn wir einen “linear” Walk unternehmen, dann von der Distanz her nur kurze bei welchem wir sicher sind, dass wir den Rückweg auch noch schaffen…

2) Deine Fitness! Wie gut ist deine Kondition?

Auch in Irland gilt, bevor du dich an Wanderungen heranwagst welche als “Anstrengend” gekennzeichnet sind stelle sicher, dass deine Fitness auch das nötige Level hat.

Gerade im Frühling wenn die morschen Knochen noch im Winterschlaf sind und der Atem gerade reicht dir im Kühlschrank ein neues Bier zu holen, solltest du dich zuerst mit Spaziergängen oder kurzen Wanderungen in Form bringen.

Die Fitness deiner Mitwanderer

Taugt deine Fitness dann für anstrengendere Wanderungen muss du beachten, dass allfällige Mitwanderer auch über eine entsprechende Kondition verfügen.

Eine Wanderung sollte immer auf den Fitnesslevel der schwächsten Person der Gruppe abgestimmt sein.


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3) Das Wetter in Irland – Regen, Wind und Sonne

Auch wenn Wetterberichte oftmals wenig taugen – meist kommt es ja doch anders und immer wie es gerade kommt. Übers irische Wetter haben wir uns schon oft unterhalten. Obwohl man dieses hier wirklich nur schwer voraussagen kann, stimmt der Wetterbericht meistens erstaunlich gut. Es ist deshalb gut, wenn du dich vorgängig informierst.

Frage auch in deiner Unterkunft nach was der Vermieter zum Wetter sagt und allenfalls ob gar mit Nebel zu rechnen ist.



Wanderung in der Nähe des Geburtshauses von Michael Collins

Ohne GPS, eine gute Wanderkarte und einen Kompass empfehle ich dir nicht auf grössere Wandern zu gehen, gerade im Gebirge und falls Nebel droht. Und all diese angesprochenen Werkzeuge taugen nichts, wenn du nicht damit umgehen kannst.

Keine Sorge, ich habe davon ehrlich gesagt auch keinen blassen Schimmer.

Ich bin ein Schönwetter-Wanderer, welcher lieber auf guten Wegen und Pfaden läuft!

​So. Jetzt ist es raus.

4) Wie gut ist deine Ausrüstung?

Ganz ehrlich. Nur weil du einmal in Irland wandern gehst benötigst du keine Ausrüstung einer der gängigen Outdoorspezialisten und Hersteller von sündhaft teurer Funktionsbekleidung.

Eine gute Regenjacke, ein praktischer Rucksack und für dich bequeme und wenn möglich einigermassen wasserdichte Wanderschuhe genügen. Schuhe in denen du guten Halt hast und Rutschfest sind gehören meiner Meinung nach auf jeden Fall an deine Füsse.

Für eine einfache Wanderung fast wichtiger ist aber nicht was dein Rucksack für einen schönen Markennamen trägt, sondern was darin alles enthalten ist. Damit spreche ich vor allem von Proviant!

Wanderexperten empfehlen alle 20 Minuten mindestens einen bis zwei Deziliter Wasser zu sich zu nehmen. Dazu schadet auch die eine oder andere Frucht nicht.

Ein Sandwich zum Lunch ist sicher nicht verkehrt. Von allzu fettigen und auch süssen Lebensmitteln raten die Profiwanderer eher ab. Aber mal unter uns. So ein klitzekleines Stückchen Schokolade geniessen hat noch nie geschadet. Deine Wanderung soll ja nicht zum veritablen Fitness- und Gesundheitswahn ausarten, sondern auch mit Genuss verbunden sein.

5) Checkliste

Wir haben nun einige Dinge zusammen besprochen. Hier eine kleine Checkliste für dich mit einigen wichtigen Punkten und Ergänzungen zu dem bereits Gesagten.



Wanderung am Inchydoney Beach in West Cork

Mache dir vor der Wanderung diese Gedanken und nimm dir dafür Zeit.

  • Wer wandert mit dir?
  • Wie steht es mit der Erfahrung und Kondition der Teilnehmer?
  • Wie lange soll die Wanderzeit maximal sein und wie hoch der Schwierigkeitsgrad?
  • Wie lange dauert die Wanderung mit und ohne Pausen?
  • Wie viele Höhenmeter sind zu überwinden?
  • Wie ist die Beschaffenheit der Wege?
  • Wie komme ich an den Startpunkt, resp. wie vom Zielort weg?
  • Ist die Route ausgeschildert?
  • Sind besondere Schwierigkeiten zu erwarten (exponierter Weg, Bachquerung, nicht signalisierter Abschnitt, Moor)?
  • Welche Ausweichrouten und Abkürzungen sind möglich?
  • Wie sind die Wetteraussichten?
  • Bei wem deponiere ich bei einem Alleingang die Route?
  • Kenne ich die Notfallnummern?

Übernachtungsmöglichkeiten

Vielleicht wagst du dich auf eine mehrtägige Tour und musst übernachten? Die beste Art zu in Irland zu nächtigen ist in einem Bed & Breakfast. Du bekommst ein Zimmer, ein Bett und am nächsten Morgen ein deftiges Frühstück.

Gerade auf den langen Waymarked Ways sind B&B’s auf Wanderer ausgerichtet und solche entsprechend Willkommen.

Aber du findest die Idee zu Zelten spannend? Es ist sicher möglich zu campieren. Bitte beachte folgendes:

  • Bevor du dein Zelt aufschlägst: den Landbesitzer fragen!
  • Falls er es dir erlaubt: nicht in der Nähe des Hauses campieren
  • Nimm deinen Abfall mit wenn du am nächsten Morgen aufbrichst
  • Verlasse den Platz wie du ihn angetroffen hast

6) Gefahren und Hinweise

Eine Wanderung in Irland planen in fünf Schritten habe ich dir versprochen.

Als Bonus möchte ich dir aber noch einen sechsten Schritt mit auf den Weg geben und dich bitten diese Tipps auch zu beherzigen. Es geht hier darum, falls du vor hast eher im Gebirge oder in den Bergen in Irland wandern zu gehen.

  • Nach Möglichkeit nicht alleine wandern gehen
  • Nicht bei Nebel aufbrechen
  • Karte, Kompass, Navigationsgerät – und damit umgehen können
  • Smartphone mit vollem Akku
  • im B&B, Hotel über deine Pläne informieren
  • genügend Zeit einrechnen. Tages- und Nachtanbruch einrechnen
  • Im Notfall 999 oder 112 wählen, nach dem erforderlichen Dienstleister fragen (Polizei, Küstenwache, Ambulanz, Bergrettung, Feuerwehr etc.) – Smartphone eingeschaltet lassen
  • Ebbe und Flut beachten:
    Bei einer Wanderung der Küste oder gar einem Strand entlang immer sich über die Gehzeiten informieren.

Der Ebbe und Flut Tipp…Tidal-Tables

Die meisten Tankstellen und kleinen Shops verkaufen sogenannte “Tidal-Tables.” Hier sind alle Gehzeiten an der irischen Küste nach Region verzeichnet. Das Büchlein wird für 4 Euro verkauft.

 

Ja, lieber Leser diese Punkte beachte ich bei der Planung, der Vorbereitung und der Organisation einer Wanderung in Irland. Wenn dir dieser Artikel weitergeholfen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden auf den sozialen Netzwerken.

Hast du noch Fragen zur Planung einer Wanderung auf der Grünen Insel? Interessiert dich das Thema Wandern in Irland allgemein? Dann bitte ich dich an meiner kurzen Umfrage diesbezüglich teilzunehmen! Es dauert auch nur einige wenige Minuten. Zudem kannst du dir dabei gleichzeitig meinen Einsteiger-Guide „Wandern in Irland“ holen!

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2 Kommentare

  • Super, vielen Dank für die Checkliste, so etwas habe ich gesucht. Hätte nicht gedacht, das ich es auch finde. Irland ist super, ich freue mich schon drauf.
  • Gern geschehen! Freut mich, dass der Beitrag von nutzen ist. Viel Spass in Irland!

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