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Irland erleben sucht das wahre Irland…

02. Oktober 2015 4
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Irland ist die grüne Insel am Rande von Westeuropa. Manchmal rau und ungestüm wenn der Wind den Regen über das Land peitscht und das Meer sich bedrohlich vor der Küste auftürmt.

Dann wieder ganz sanft und lieblich bei bestem Sonnenschein, beim Wandern umgeben von knuffigen Schafen über die grünen Hügel und durch Wiesen, vorbei an den typischen Trockenmauern.

Doch nicht nur das Wetter ist abwechslungsreich. Auch die Menschen​, welche mit ihrer offenen und herzlichen Art die Fremden gleich tausendfach Willkommen heissen.

céad míle fáilte

Heisst dies auf Irisch und vor allem die hiesigeTourismusbehörde hat sich diesen Satz ​fest einverleibt.

Millionen von Besuchern vom europäischen Kontinent und aus dem fernen Amerika ​folgen der Einladung und statten der grünen Insel einen Besuch ab. Neuerdings wirbt “Tourism Ireland” auch in China sehr stark um asiatische Gäste auf den Wild Atlantic Way zu bringen.

​Viele der Besucher, welche die grüne Insel für sich erstmalig entdeckt haben kommen wieder. Und wieder. Und immer wieder.

Die Frage ist: Warum?

Was macht Irland so faszinierend, dass man das Land immer wieder besucht und am Liebsten gleich hier bleiben möchte?​

Der heutige Blogpost macht sich auf die Suche nach den Gründen. Und vor allem auf die Suche nach dem “wahren” Irland. Den Anstoss zu diesem Post habe ich von Markus Bäuchle von Irlandnews. Er hat gerade diese Woche einen Post veröffentlicht mit dem Titel “Es gibt keine Touristen, nur Freunde…” und hat mit einem Gastartikel von Claudia Koppe gleich einen weiteren Beitrag folgen lassen.

Hier ein Zitat daraus:​

“Irland ist meine Liebe sowie ein neues und doch vertrautes Zuhause” Claudia Koppe via @irlandnews

Claudia schreibt in “eine Deutsche sucht das wahre Irland” wie sie von Irland seit ihrem ersten Besuch gefesselt war und sie seither in zahllosen Besuchen versuchte, abseits der normalen Touristenströme, das wahre Irland zu finden. Ein sehr lesenswerter Artikel!

Muss man zuerst wie Claudia eine Reifenpanne haben, um für sich das wahre Irland zu finden? Dies waren nach durchlesen des Beitrages mein erster Gedanke.​

Durch das Teilen des Beitrages auf der Facebookseite von Irland erleben und einer Facebook Gruppe wollte ich herausfinden, was andere Irland-Fans​ hierzu zu sagen haben. Die Antworten waren doch vielfältig und überraschend!

Wie gestern versprochen hier der Link zu Irlandnews.com Leben und Reisen in Irland zum Beitrag von Claudia” Eine…

Posted by Irland erleben on Donnerstag, 1. Oktober 2015

Irland erleben – auf der Suche nach dem wahren Irland

Grund genug den Steilpass, welchen Markus ausgespielt hat, aufzunehmen und der Frage nach dem wahren Irland nach zu gehen!

Zuerst möchte ich auf die Antworten auf Facebook eingehen und diese etwas sortieren.

Das wahre Irland ist ein bestimmter Ort

Einige der User sind sich sicher für sich das wahre Irland an einem bestimmten Ort gefunden zu haben.

  • ​Bei einer Wanderung zu den Steilklippen von Slieve League
  • Die Freiheit geniessen und alleine sitzend am Strand dem rauschen des Meeres zuhören
  • Beim Aufstieg auf Irlands heiligsten Berg – dem Croagh Patrick
  • Oder nach der Landung in Dublin mit dem Auto an die Westküste fahren und alsbald den Geruch eines Torfeuers geniessen

Bei der Verbindung des wahren Irlands an einen bestimmten Ort gibt es sofort auch kritische Stimmen. Ein Ort ist vielleicht nur an eine einmalige Emotion gebunden. Beim nächsten Besuch dieses Ortes ist die emotionale Verbundenheit mit diesem vielleicht anders und nicht mehr so stark. Die Folge ist, dass man enttäuscht sein wird.

Das wahre Irland sind Begegnungen mit den Einheimischen​

Andere Facebookler haben ihr Irland in den Begegnungen mit den Menschen gefunden

  • ​Im einfachen Dorfpub mit den einfachen Menschen einen Whiskey trinken und zusammen singen
  • Auf einer der vielen vorgelagerten, kleinen Inseln einen Einheimischen treffen und mit diesem sich über Gott und die Welt unterhalten
  • Oder eben – um sich ans Beispiel von Claudia zu halten – sich beim beheben einer Panne helfen zu lassen und so mit einem Einheimischen ins Gespräch zu kommen

Auch hier gibt jemand zu bedenken, dass längst nicht alle Iren einfach nur freundlich und nett sind. Es gibt auch weniger nette und sogar bösartige. Es sind halt einfach auch Menschen.

Das ​wahre Irland gibt es nicht!

Die Frage nach dem wahren Irland ergibt durchaus auch kritische Stimmen. Die Wahrheit sei immer subjektiv und eine Kombination von Stereotypen. Das wahre Irland gebe es nicht. ​Eine, oder viele, dieser Stereotypen stammen von Heinrich Böll’s “irischem Tagebuch”. Ein, wie ich finde, gelungener Hinweis und höchste Zeit in diesem Post das wohl berühmteste Irland-Zitat von Böll zu erwähnen


Heinrich Böll
Literatur Nobelpreisträger

Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor

 

Ehrlich. Es ist eines meiner Lieblingszitate. Es hat noch heute Gültigkeit. Es mag gut sein, dass jemand welcher für 10 Tage hier her fährt die angesprochenen Stereotypen finden wird. Das Irland aus dem Hochglanz-Reiseprospekt sozusagen. Der Tourist, welcher ja nur ein Freund ist welchen man noch nicht kennt, wird Irland wie aus dem Ei gepellt vorfinden.

Eine Grosszahl der Touristen wird das Land nicht nur gefallen, sondern sich darin verlieben. Er wird wieder kommen. Um mehr zu entdecken und zu erleben. Und um das wahre Irland zu suchen…​

Wie sieht mein persönliches “wahres” Irland aus?

Was ist für mich das wahre Irland, wie sieht es aus, wie fühlt es sich an?

​Irland findet für mich persönlich am Liebsten abseits der Touristenströme statt. Massenveranstaltungen wie die Cliffs of Moher oder eine Ring of Kerry Rundfahrt im Hochsommer sind mir ein Gräuel. Mein Irland steckt eher im Detail, es sind die kleinen Dinge welche mir Spass machen.

Das kann eine unbekanntere Attraktion oder auch eine bekanntere Sehenswürdigkeit sein. Noch viel mehr Freude machen mir aber ein hübsches Cottage oder ein altes Farmhaus. Ein kleiner Weg mit Trockenmauer, hübsch mit Farn begrünt und mit Moos überwachsen. Ein plätschernder Bach oder ein kleiner Fluss, welcher von einer alten Steinbrücke überspannt wird. Ein einsamer Baum auf einem der zahlreichen Hügel. Oder Begegnungen. Ein Hund, welcher einem ein Stück des Weges folgt. Ein netter Plausch im Vorbeigehen mit dem Farmer oder ein netter Sommerabend im Garten der Nachbarn.

Triviale Dinge. Kleinigkeiten, welche das Leben aber immens bereichern.​

Für mich gibt es kein wahres Irland.

Vielleicht bist du jetzt ab dieser Aussage ein wenig enttäuscht. Aber für mich gibt es auch keine wahre Schweiz, kein wahres Deutschland oder ein wahres Amerika. Jedes Land ist anders, seine Bewohner sind verschiedenartig und schlussendlich kommt es immer auf einen selbst an.

Jeder von uns bringt seine eigenen Erfahrungen mit, seine eigenen Wertvorstellungen, seine eigenen Emotionen und auch seine eigenen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse an einen Urlaubsort.

Jeder Tourist betritt ein fremdes Land und bringt seine eigene “Landkarte” mit. Mit dieser navigiert er mehr oder weniger geschickt am Zielort und begibt sich auf eine Entdeckungsreise. Am Ende zieht er ein Fazit und sein Kopf oder sein Bauchgefühl vermittelt ihm, ob ihm das Reiseland gefallen hat oder nicht.

Bei Irland scheint mir ist die Prozentzahl derer, welche mit einem äusserst positiven Eindruck nach Hause zurückkehren, besonders hoch. Wie Eingangs bereits erwähnt kommen viele gerne wieder und immer wieder. Dies wird kaum nur des Guinness oder der Schafe wegen sein.

Einige Unentwegte wagen sogar den grossen Sprung und versuchen sich auf der Grünen Insel sesshaft zu machen. Sind sie auf der Suche nach dem wahren Irland?

Vielleicht.

Ich persönlich suche es nicht. Es ist zwecklos. Meine Frage ist daher:

“Was macht Irland so besonders? Was übt eine derartige Faszination dieser kleinen, immergrünen Insel​ auf die Menschen aus?”

Bis heute habe ich es nicht herausgefunden. Vielleicht hilft mir dabei das Buch von Markus Bäuchle und Eliane Zimmermann, welche 111 Gründe herausgefunden haben Irland zu lieben.*

Sobald ich die Faszination, welche Irland zweifellos ausübt entdeckt habe, werde ich dir darüber berichten.​ Versprochen!

Was ist dein wahres Irland? Gibt es dieses deiner Meinung nach? Warum übt Irland auf dich eine Faszination aus? Schreibe mir deine Meinung darüber in den Kommentaren!​

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4 Kommentare

  • Wie du bereist beschrieben hast gibt es das wahre Irland, wahre Österreich udgl. nicht. Es ist für jeden selbst speziell. Ich bin durch Zufall vor kurzem das erste mal nach Irland gekommen. Meine Frau war bereits das vierte mal. Wir wurden auf eine Hochzeit eingeladen und haben beschlossen gleich davor einfach unseren Urlaub dort zu verbringen. Ich bin so begeisterte von Land und noch mehr von den Leuten dass ich bereits jetzt überlegen im nächsten Jahr wieder zu kommen und plane bereits (Bin ja immerhin seit Montag wieder daheim :-)) Ich habe noch nie so viel Freundlichkeit erlebt. Egal wo wir waren, ob B&B, einkaufen, am Land, an der Tankstelle im Supermarkt, alle sind extrem freundlich und locker.
    Ich für mich kann sagen das ich auf alle Fälle wieder komme und wieder komme und wieder komme.

    PS: Auf der angeführten Website können einige Bilder des Urlaubs angesehen werden.
  • Hi Markus, danke für das Teilen deiner Geschichte. Und herzlichen Glückwunsch, dass du dich auch mit dem Irland-Virus infiziert hast wie es scheint ;-) Grüne Grüsse aus dem County Cork, Reto
    PS. Tolle Bilder!
  • Ganz klare Sache: Irland ist grün, die Landschaften und Panoramen einzigartig faszinierend, fast schon magisch und es gibt auch viele Tage oder gar Wochen mit tollem Wetter. Die Angst meine Rundreise mit Regenschirm und Regenjacke war zum Glück schnell beseitigt und ich habe meinen großen Traum Irland zu bereisen wahr gemacht. Jeder Ort auf seine Weise mit Charme erfüllt und wer gut mit sich alleine auskommen kann ist dort definitiv richtig!
  • Hi Andre, das freut mich, dass dir Irland so gut gefallen hat! Das stimmt. Jeder Ort hat seinen eigenen Charme und wer gerne in Ruhe gelassen wird den lässt man auch. Das obligate Gespräch über das Wetter wird natürlich jedem aufgedrückt. Aber sonst ist Leben und Leben lassen hier nicht nur ein Sprichwort. Es ist tatsächlich so. Unsere Nachbarn haben wir einmal an einem Anlass kennengelernt. Sie haben uns gesagt "Hört, hier ist es so. Wenn jemand Hilfe braucht, fragt er die Nachbarn. Hört man nichts von euch, lassen wir einander in Ruhe."

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